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Ernst Barlach Haus:
Ewald Mataré »Nichts ohne Natur« – Tierplastiken
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Das Ernst Barlach Haus im Jenischpark in Hamburg Klein Flottbek zeigt Arbeiten von Ewald Mataré der im III. Reich als Professor der Kunstakademie in Düsseldorf entlassen, aber nicht von den Nazis mit einem Arbeitsverbot belegt wurde.
Der Bildhauer Ewald Wilhelm Hubert Mataré wurde am 25. Februar 1887 in Burscheid – heute ein Stadtteil von Aachen – geboren. Er war Bildhauer, Medailleur, Grafiker und Maler. Die Familie Mataré stammt ursprünglich aus Katalonien, lebte unter Karl V. in den südlichen Teil der Niederlande, zog Ende des 17. Jahrhunderts nach Bardenberg bei Aachen lebte hier seit 1798. Mataré wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf, die Familie war durch den Vater als Direktor der chemischen Fabrik Rhenania finanziell sehr gut im Kaiserreich gestellt. Nach seinem Schulbesuch, Abgang nach der Obertertia nahm er in Aachen Privatunterricht beim Bildhauer Karl Kraus und dem Maler Eugène Klinckenberg. Ab 1907 begann Mataré an der Akademie der bildenden Künste in Berlin bei Julius Ehrentraut seine Ausbildung als Maler. Sein Lehrer stand ganz in der niederländischen Genremalerei. Kurz war Mataré Schüler bei Lovis Corinth, er verließ ihn aber, da ihm dessen Stil nicht zusagte. Stattdessen wurde er Meisterschüler beim Historienmaler Arthur Kampf. Die Einberufung zum Militär erfolgte 1916, wurde bereits nach wenigen Monaten Kriegsdienst aus gesundheitlichen Gründen entlassen. Nach der Revolution, die das Ende des Kaiserreichs beendete, wurde er Mitglied Künstlervereinigung Novembergruppe.
Bei einem Sommeraufenthalt 1920 auf Wangerooge probierte er sich im Holzschnitt. Regelmäßig reiste er nun an die Nord- und Ostsee, beginnt mit freien plastischen Arbeiten, heiratet 1922 die Sängerin Hanna Hasenbäumer. Private Auftraggeber und ein Mäzen ermöglichen ihm Reisen nach Italien, Dänemark, dem Baltikum bis nach Finnland. Von 1924 bis 1928 nimmt er an der großen Berliner Kunstausstellung wie der Novembergruppe teil. Langsam bekommt er öffentliche Anerkennung für seine Arbeiten. Auch Museen kaufen seine Plastiken, er bekommt 1930 seine erste Personalausstellung in Berlin. An der Kunstakademie Düsseldorf wird er im Oktober 1932 Professor, zieht mit der Familie nach Meerbusch. Bereits 1933, nach nur sieben Monaten, die Nationalsozialisten regieren, wird er ohne Gründe auf die Straße gesetzt. Er bleibt Mitglied der Reichskammer der Bildenden Künste, kann bis 1935 noch ausstellen.
Von der konzentrierten NS-Aktion „Entartete Kunst“ ist auch Mataré betroffen, seine Arbeiten werden aus den Museen entfernt. In einer Verkaufsausstellung kommen auch seine beschlagnahmten Arbeiten, 10 seiner Tierplastiken werden verkauft. Seinen letzten öffentlichen Auftrag hat er 1939, dann zieht er sich in den ehemaligen Gasthof des Zisterzienserklosters Eberbach im Rheingau zurück. Mit kirchlichen Aufträgen überlebt die Familie die Braune Diktatur. Der Neustart 1945 ist kompliziert, den Direktor der Kunstakademie Düsseldorf lehnt er ab da seine Vorschläge für das Ausbildungskonzept abgelehnt werden. Trotzdem wird Professor an der Kunstakademie. Ab 1947 erneut öffentliche Aufträge für den Kölner und den Aachener Dom sowie die Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima.
Auf Anregung von Hans Kollwitz arbeitet er gemeinsam mit Erwin Heerich und Joseph Beuys an einer Nachbildung der trauernden Eltern von Käthe Kollwitz. Auch ist er ist Teilnehmer der documenta I und II in Kassel. Mit 78 Jahren stirbt Ewald Mataré am 29. März 1965 an einer Lungenembolie.
Ewald Matarés Kunst steht für eine präzise und hervorragende Beobachtung, die er in all seinen künstlerischen Techniken umsetzt. Besonders sichtbar wird das in seinen kleinen Tierplastiken, die das Ernst-Barlauch Haus in der Ausstellung zeigt.
Für mich ist der Künstler auch ein Beispiel dafür, das sich ein bürgerlicher Künstler revolutionären Künstlerkollegen annähert und mit ihnen zusammenarbeitet. Dem widerspricht das Begleitheft des Barlach Hauses so, als wenn Kunst nur etwas für die bürgerlich Herrschenden ist.
Eine sehenswerte Ausstellung.
khw
Ernst Barlach Haus Stiftung Hermann F. Reemtsma
Öffnungszeiten Dienstag – Sonntag 11 – 18 Uhr Tel.: 0408260
Jenischpark – Baron Vogt Straße 50 A – 22609 Hamburg |
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Nichts ohne Natur – Tierplastiken »Pferde«

Nichts ohne Natur« – Tierplastiken »Kühe«
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