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05.10.2026
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Manfred Krug Ich habe nicht viel erwartet – Tagebücher 2002 – 2004
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Nach seiner Tagebuch-Trilogie der Jahre 1996 – 2001sind jetzt erschienen die Tagebücher der Jahre 2002 bis 2004 mit der Zeile „Ich habe nicht viel erwartet“. Der Schauspieler, Sänger und Schriftsteller wurde am 8. Februar 1937 in Duisburg geboren. Das war zu jener Zeit eine Stadt mit Hochöfen wie nahen Kohlegruben und der Krönung, dem größten Flussschifferhafen am Rhein. An dem Tag, wo er geboren wurde, war wie in Köln und Düsseldorf, so auch in Duisburg Rosenmontag. Der Vater war Schmelzer bei Thyssen, zogen kurze Zeit später nach Georgsmarienhütte um, da der Vater hier im Stahlwerk einen besseren Arbeitsplatz fand. Nach der Geburt des Bruders Roger 1939 ein erneuter Umzug, vor die Tore von Berlin nach Hennigsdorf, hier wurde der Vater Oberingenieur im Stahl- und Walzwerk. Nach der Zerstörung des Stahlwerks wurde der Oberingenieur Soldat an der Ostfront. Sohn Manfred wurde kurz vor Kriegsende aus Furcht vor den Russen zur Großmutter Lisa nach Duisburg geschickt. Hier erlebte er die schwersten Angriffe auf die Stadt, kam erneut nach Hennigsdorf zurück und erlebte hier das Kriegsende. Der Vater unverletzt den Krieg überstanden setze sich in die britische Zone ab, kam, wo er in Gefangenschaft geriet. Wegen der kargen Lebensbedingungen kam Manfred erneut nach Duisburg. Die Suche des Vaters nach Arbeit war erfolglos so kamen sie zu dritt, auch der Bruder Roger war im Rheinland, zurück nach Hennigsdorf. Die Ehe wurde geschieden, Manfred blieb beim Vater. Sie zogen nach der Scheidung von Duisburg 1949 in die gerade gegründete DDR nach Leipzig Lindenau. Manfred lernte Stahlschmelzer im Stahl- und Eisenwalzwerk in Brandenburg an der Havel und machte an der Abendschule sein Abitur. Nach einem Studium, das er abbrechen musste, wurde er nach einem Vorsprechen vor Bertolt Brecht und seinem Assistenten Peter Voigt 1955 für eine Monatsgage von 250 Mark beim Berliner Ensemble engagiert. Ab1957 spielt er bei der DEFA und Fernsehen Halbstarke und Ganoven. Dann erste ernste Filme „Fünf Patronenhülsen“ und im Märchenfilm „König Drosselbart“ die Titelrolle. Der DEFA-Film „Spur der Steine“, hier spielte er den draufgängerischen Brigadeleiter. Der Film wurde 1966 verboten und konnte der Wendezeit 1989 wieder gezeigt werden.
Manfred Krug war in der DDR auch als Jazz-Sänger bekannt. Walter Felsenstein besetzte ihn an der Komischen Oper Berlin als Sporting Life in der George Gershwin Oper „Porgy and Bess“.
Ende 1976 hatte Krug das Protestschreiben gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterschieben, in der Folge bekam er keine Rollenangebote mehr. Nachdem die Stasi gegen ihn ermittelt hatte, stellte er am 19. April 1977 einen Ausreiseantrag, der genehmigt wurde und konnte so bereits am 20. Juni 1977 Ost-Berlin Richtung West-Berlin verlassen. Neben seiner Frau und seinen drei Kindern durfte auch seine Haushälterin mit ihm ausreisen. Ebenso konnte Krug seine komplette Oldtimersammlung von 5 Autos mitnehmen und ebenso seine Antiquitäten. Über die Ausreise aus der DDR veröffentlichte Krug zwanzig Jahre später seinen Bestseller „Abgehauen“.
Im Westen setzte er seine Kariere nahtlos fort in der ARD-Serie „Auf Achse“ als Fernfahrer und als Rechtsanwalt in der TV-Serie „Liebling Kreuzberg“. Auch in der Werbung war er präsent so beim Börsengang der „T-Aktien“.
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Manfred Krug war ab 1963 mit Ottilie Krug verheiratet. Sie starb am 27. Oktober 2020 und hatten drei Kinder, darunter auch die Sängerin Fanny Krug. Auch bestätigen Daniel Krug und seine Halbschwester Marlene Duda in einem gemeinsamen Interview die langjährige Existenz einer Zweitfamilie Krugs mit der Schauspielerin Petra Duda und der gemeinsamen Tochter Marlene.
Manfred Krug starb am 21. Oktober 2016 im Alter von 79 Jahren an einer Lungenentzündung, wurde am 3. November auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt.
In seinem Tagebuch heißt es im Klappentext: „Die Jahre 2002 – 2004 offenbaren in Manfred Krugs Augen so viel Falsches und Niederes, die ganze Welt scheint daran zu siechen: Cem Özdemir und Gregor Gysi treten zurück, sie haben unrechtmäßig Bonusmeilen verflogen, und den ganzen Tag fällt Regen.“
Manfred Krug Ich habe nicht viel erwartet – Tagebücher 2002 -2004. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Krista Maria Schädlich. Lesenswert.
khw
Manfred Krug Ich habe nicht viel erwartet
Tagebücher 2002 – 2004
Kanon Verlag, Berlin 2026 – 310 Seiten – 25,00 EUR
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