|
21.09.2026
|
|
Jean Molitor / Kaija Voss: Bauhaus in Nordrhein-Westfalen – Eine fotografische Reise durch die klassische Moderne
|
Der Bildband ist dem Erbe des Weimarer Bauhauses gewidmet. Das staatliche Bauhaus, heute nur noch Bauhaus genannt, war 1919 eine Gründung des Architekten Walter Gropius einer Kunstschule in Weimar mit dem Konzept der Zusammenführung von Kunst und Handwerk. Es war offen für Frauen und Männer, alle hatten gleiche Rechte aber auch gleiche Pflichten. Das Bauhaus bestand, wenn auch unter großen Schwierigkeiten zeitlich wie die Weimarer Republik von 1919 bis 1933 und ist noch immer die Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne. Das übergreifend auf alle Gebiete der freien und angewandten Architektur, der Bildenden Kunst und des Designs. Bis heute schwingt die Resonanz des Bauhauses prägend im Bild der modernen Strömungen mit.
Im Vorwort heißt es: »Formen, Materialien und Bauaufgaben der Moderne haben in Nordrhein-Westfalen eine lange Geschichte, die bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreicht. Ihre Spuren sind so präsent, dass sie oft nicht mehr wahrgenommen werden. Die Allgegenwart der Moderne in ihren unterschiedlichen Facetten, Formen, Transformationen und Funktionen sichtbar zu machen, ist das Ziel des Buches. Es zeigt die Vielfalt der »Patchworkfamilie der Moderne in NRW«: Manche Bauten sind gerade dem Historismus entnommen, andere in den Formen des Expressionismus entstanden, die meisten zeigen stringente Bauhausformen. Alle gehören zu einer Familie, die sich auf den Weg in die architektonische Moderne macht.«
Bei dem Bauhaus darf nicht vergessen werden, dass es die Nationalsozialisten waren, mit dem das Ende des Bauhauses kam. Nach der Landtagswahl im Februar 1924 wurde der staatliche Zuschuss um 50 Prozent gekürzt. Wohl boten andere Städte dem Bauhaus Standorte an. So kam es zum Umzug nach Dessau. Der Flugzeugbauer Hugo Junkers in der Industriestadt Dessau bot eine Förderung an, hinzu kam, die Stadt hatte eine stabile demokratische Mehrheit.
Das Ende für das Bauhaus kam bereits 1931 in Dessau. Die NSDAP gewann die Gemeindewahl der Stadt, setzte 1932 die Schließung des staatlichen Bauhauses durch. Mit der Übernahme der Macht in Deutschland am 30. Januar 1933 durch Adolf Hitler mit der NSDAP kam das Ende für die moderne Architektur, dem Theater, dem Film und der bildenden Kunst. Die Dozenten der Kunstschule emigrierten, so ihr Gründer Walter Gropius, die Lehrer László Moholy-Nagy, Herbert Bayer, Ludwig Mies van der Rohe in die Vereinigten Staaten.
|
Der Text im Buch ist von Kaija Voss, die in Weimar Architektur studierte, in Hannover 1998 promovierte, danach an der Technischen Universität Dresden und seit 2001 für das Bayerische Amt für Denkmalpflege arbeitet. Die Fotos im Buch sind von Jean Molitor, der bei Arno Fischer künstlerische Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig studierte.
khw
Jean Molitor / Kaija Voss: Bauhaus in Nordrhein-Westfalen
Eine fotografische Reise durch die Klassische Moderne
Bebra Verlag, Berlin 2026
176 Seiten – 100 farbige Duplex-Fotografien -38,00 EUR
|
|
|
|