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23.09.2026
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Hans-Hermann Kestel: Erich Loest Lebensthema DDR - 2 Bände
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Eine monumentale Biografie hat Hans-Hermann Kestel über den Schriftsteller Erich Loest, 1926 im sächsischen Mittweida geboren, geschrieben. Es sind 1274 Seiten verteilt auf zwei Bände. Somit eine umfangreiche Lebensgeschichte des sächsischen Schriftstellers. Es war ein bewegtes Leben: Weimarer Republik, Deutsches Reich dann DDR. Der Autor der Loest Biografie Hans-Hermann Kestel, 1957 im fränkischen Kronach geboren, studierte an der Universität in Würzburg Germanistik und Anglistik und wurde nach dem Staatsexamen in seiner Geburtsstadt am Gymnasium Lehrer für Deutsch und Englisch.
Frage ist, wer von den Jüngeren den Schriftsteller Erich Loest kennt, der neben zahlreichen Erzählungen, Texten und 20 Romane schrieb? Nun blättert Hans-Hermann Kestel Loest Lebensweg und Lebenswerk, in zwei Bände, für den Leser auf, die auch eine Untersuchung zur motiv-thematischen Struktur zur werkgeschichtlichen Schlüsselstellung des Romans »Der elfte Mann«. Band 1: Prolog und 1. Bis 5. Hauptkapitel, Band II: Epilog, Resümee und Anhang. Vermutlich hat sich der Gymnasiallehrer Kestel Jahrzehnte mit dem Werk von Loest beschäftigt.
Bei Erich Loest spiegelt sich deutsche Geschichte dieses Jahrhundert wider. Frühe jugendliche Begeisterung für die Nazis, SS und Wehrmacht, US-Kriegsgefangenschaft, SED-Mitglied, Redakteur der Leipziger Volkszeitung, erster Roman »Jungen, die übrig blieben«, Studium am Leipziger Literaturinstitut, wegen »konterrevolutionärer Gruppenbildung«.
Auf der Rückseite des Buchumschlags als Klappentext steht: Hans-Hermann Kestel unterzieht in seiner Studie die überaus komplexe motivisch-thematische Tiefenstruktur des Romans »Der elfte Mann«, den er als den zentralen Achsentext im erzählerischen Œuvre des Schriftstellers Erich Loest identifiziert, einer hochdifferenzierten Analyse und macht gleichzeitig deutlich, dass sich dieser Text in markanter Weise von Loests frühen, zumindest in weiten Teilen den ästhetischen Normen des sozialistischen Realismus entsprechenden Romanen abhebt.
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Er andererseits ein ganzes Bündel DDR-kritischer Themen enthält, die der Leipziger Epiker in seinen späteren Romanen von »Schattenboxen«, »Es geht seinen Gang oder Mühen unserer Ebene« und »Völkerschlachtdenkmal« über »Zwiebelmuster«, »Fallhöhe«, »Katerfrühstück« und »Nikolaikirche« bis »Reichsgericht« und »Löwenstadt« fortschreibt.
Im Epilog seiner Untersuchung, die sich auf aufgrund und ihrer Klarheit und Transparenz nicht nur Fachleuten problemlos erschließt, richtet Kestel den Fokus auf die fast siebenjährige qualvolle Haftzeit des angeblichen Konterrevolutionärs Erich Loest und zeigt dabei auf, wie sich diese das ganze weitere Leben des sächsischen Autors überschattende Schlüsselerfahrung in einer Vielzahl seiner Erzählwerke bis in kleinste Details widerspiegelt.
khw
Hans-Hermann Kestel: Erich Loest – Lebensthema DDR –
2 Bände
Wallstein Verlag, Göttingen 2026
1275 Seiten – 48,00 EUR
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