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25.06.2026
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GERHARD HANLOSER: »LINKER ANTI-SEMITISMUS« – Zur Kritik eines Kampfbegriffs
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Der Autor Gerhard Hanloser, 1972 in Freiburg/Breisgau geboren, studierte Soziologie und Geschichte, lebt in Berlin, ist Publizist und arbeitet als Lehrer für Geschichte, Deutsch und Gemeinschaftskunde an einer Berliner Gesamtschule.
Das Thema des Buches ist der seit dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 mit einem neuen Nachdruck versehene politische und akademische Diskussion über einen Antisemitismus, der nicht in der traditionellen Form aus rechtem wie rechtsradikalen Lager kommt, sondern von links. Dazu heißt es im Klappentext: „Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen »linken Antisemitismus«, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verstärkung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, ist nun polizeilich. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistische, antikolonial und menschenrechtlich eingestellte Linke. Wer die deutsche Staatsräson nicht teilt oder andere Lehren aus der NS-Geschichte, vergangener Verfolgungspraxis und Völkermord zieht, sieht sich moralischer Verdammung, zuweilen auch der Verfolgung ausgesetzt. Die nach wie vor höchst notwendige Kritik des Antisemitismus muss sich ebenfalls diesem »Anti-Antisemitismus« widmen.
In der Bundesrepublik Deutschland herrscht eine Antisemitismus-Hysterie, in deren Mittelpunkt der Staat Israel steht.
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Jeder der seine Politik kritisiert, setzt sich dem Verdacht aus, ein Antisemit zu sein. Es muss unbedingt mit dem Staat Israel die Staatsräson eingehalten werden, sonst wird man öffentlich an den Pranger gestellt.
Erinnert sei an die britische Labour-Partei und ihren Vorsitzenden Jeremy Corbyn in den Jahren 2015 bis 2020 der zeigt, welche zerstörerischen Folgen der Antisemitismusvorwurf und das Wirken pro-israelitischer Lobbygruppen hatte. Tatsächlich gab es einzelne Fälle von antisemitischen Entgleisungen, doch der Vorwurf wurde so dargestellt, als wäre es die Parteilinke und der Vorsitzende Jeremy Corbyn. Es ging auch um eine kritische Aufarbeitung in den Schulen der britischen Kolonialgeschichte, für die sich Linken in der Partei einsetzen. Dabei hat es nie vor Corbyn als Parteichef noch nach seiner Absetzung durch den rechten Flügel der Labour-Partei einen Antisemitismus gegeben. Das führte zum neuen Vorsitzenden Keir Starmer, der den Vorsitz 2020 der Partei übernahm und seit Juli 2024 Premierminister des Vereinigten Königreichs ist. Ein lesenswertes Buch das aufklärt.
khw
GERHARD HANLOSER: »LINKER ANTI-SEMITISMUS«
Zur Kritik eines Kampfbegriffs
madelbaum verlag, Wien 2026
214 Seiten – 18,00 EUR
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