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24.06.2026
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THOMAS STÖLTING: FRANCO MUSS VERGESSEN WERDEN –
Der Spanische Bürgerkrieg und das Erinnern
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Es ist ein Essay über Gewalt, Erinnerung und der historischen Verantwortung geschrieben – dafür hat sich Thomads Stölting den Spanischen Bürgerkrieg ausgesucht. In der Tat schwingt der Bürgerkrieg in Spanien noch immer mit, das obwohl der Diktator Francisco Franco, sich Caudillo von Spanien nannte, am 20. November 1975 in Madrid starb. Von 1939 nach seinem Sieg über das gesamte Spanien – vom Atlantik bis zum Mittelmeer, die Kanarischen Inseln vor Afrika eingeschlossen – regierte er bis zu seinem Tod das Land absolut und mit harter Hand. Treu zur Seite standen ihm das Militär, die Justiz und die Katholische Kirche. Und dass nach seinem Tod Spanien keine Republik wird hat er in seinem Testament hinterlassen, dass Spanien wieder eine Monarchie wird, dafür hat Franco frühzeitig den Regenten ausgewählt Juan Carlos 1. Bereits am zweiten Tage nach Francos Tod wurde der von ihm ausgewählte Juan Carlos I. zum König proklamiert.
Im Vorwort schreibt der Autor Stölting, die Idee zum Buch kam ihm im Sommer 2022 beim zentralen Monument in der Nähe von Madrid dem Tal der Gefallenen, dem Valle de los Caídos, der übergroßen Grabstätte Francos und José Antonio Primo de Rivera, dem Gründer der spanischen Falange. Franco ordnete nach seinem siegreichen Bürgerkrieg, 1939 beendet, 1940 den Bau an. Gebaut wurde das monumentale Ensemble des franquistischen Totenkults nach einem Entwurf der Architekten Pedro Muguruza und Diego Méndez von inhaftierten republikanischen Soldaten.
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Kurz vor der Einweihung 1959 wurden auch Überreste republikanischer Soldaten dorthin ohne Befragung der Angehörigen gebracht, so dass 33833 Soldaten des Bürgerkriegs begraben wurden.
Am 24. Oktober 2019 fand die Exhumierung von Franco statt, er wurde gemeinsam mit seiner Frau auf dem Friedhof von Mingorrubio bestattet. Drei Jahre später wurde Primo de Rivera umgebettet auf den Friedhof San Isidro. Trotzdem blieb der Ort eine umstrittenen Pilgerstätte für Franco-Anhänger in der Demokratie. Aufgrund des Gesetzes „Ley de Memoria Democrática“ (Gesetz zur demokratischen Erinnerung) wurde der Ort 2022 in „Valle de Cuelgamuros“ umbenannt. Um seinen historischen Kontext und seine anachronistische Existenz zu erklären, sind Maßnahmen erforderlich die eine offene, integrative und pluralistische Debatte fördert. So kann sich der Bürger seiner Geschichte bewusstwerden, so kann in ein erneutes Abdriften in einen neuen Franco-Totalitarismus verhindert werden. Ein lesenswertes Buch zum Spanischen Bürgerkrieg.
khw
THOMAS STÖLTING: FRANCO MUSS VERGESSEN WERDEN
Der Spanische Bürgerkrieg und das Erinnern
mandelbaum verlag, Wien 2026
112 Seiten – 18,00 EUR
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