06.07.2026
Mohssen Massarrat: Anatomie der US-Hegemonie
Vom amerikanischen Zeitalter zur multipolaren Welt

Der Autor Mohssen Massarrat, am 14. Mai 1942 in Teheran/Iran geboren, ist emeritierter Professor für Politik und Wirtschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück mit den Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten, Energie, Friedens- und Konfliktforschung, sowie der Nord-Süd-Konflikt. Er wurde im Iran geboren, lebt seit 1961 in der Bundesrepublik Deutschland, war Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung und seit 2002 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland. Seine Forschungsschwerpunkte sind politische Ökonomie mit sozialökonomischer Ökonomie und internationale Wirtschaftsbeziehung und Globalisierung.

Er schreibt: „Das Manuskript dieses Buches war bereits im Januar 2025 abgeschlossen, bevor die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten stattgefunden hatte und bevor Donald Trump mit der Unterzeichnung von 78 Dekreten gleich am ersten Tag seines Amtes die Welt aufschreckte. Seitdem weht in Washington ein neuer Wind.“ Zum Machtverlust der USA schreibt Massarrat: „Der Machtverlust der USA ist ein schleichender Prozess und im Grunde bereits gegen Ende des 20. Jahrhunderts erkennbar. Und zwar in dem Maße, wie Chinas Reformen, die von Deng Xiaoping durchgesetzt wurden, begannen Früchte zu tragen und Chinas Anteil am Weltsozialprodukt zu steigern. Auf diese Entwicklung hin reagierten die US-Neokonservativen unter Führung von George W. Bush, Richard Cheney, Donald Rumsfeld, Condoleezza Rice u. a. mit ihrem aggressiv-militaristischen Projekt des American Century Anfang des 21. Jahrhunderts. Sie brachen, wie im Irak und in Libyen, folgenreiche Kriege vom Zaun und riefen des Weiteren im Mittleren Osten ein neues Wettrüsten hervor. Donald Trump und seine Make-America-Great-Again (MAGA)-Bewegung sind der deutliche Ausdruck des Machtverlusts, nachdem es sich herausgestellt hat, dass die VR China im Begriff ist, ökonomisch die USA in der Weltwirtschaft zu überholen. Trump verdankt seinen Sieg allerdings auch vielen innenpolitischen Faktoren, vor allem dem tief sitzenden Vertrauensverlust der Amerikaner gegenüber den US-Regierungen.

Die offene Debatte über einen Deep State in den letzten Jahrzehnten muss als Symptom dieses Vertrauensverlusts gesehen werden.

Trump und seine Anhänger verstanden es meisterhaft, die wachsende politische Legimitationskrise zu nutzen und die Bekämpfung von Deep State als ihre innenpolitische Strategie und sich als Vorkämpfer der Bürgerinteressen zu präsentieren. Tatsächlich hatte der Wahlkampf zwischen Donald Trump und Kamala Harris den Schein erweckt, es handle sich um die Auseinandersetzung von zwei parteiübergreifenden Lagern: dem Deep State und dem MAGA-Lager. Die Tatsache, dass prominente Repräsentanten der Republikaner wie John Bolton, Dick Cheney, Paul Wolfowitz und andere vor der Wahl 2024 bekannt gaben, nicht Donald Trump, dem Kandidaten der Republikaner, sondern Kamala Harris ihre Stimme geben zu wollen, zu wollen, verstärkte diese Annahme.“

Mit 11 Kapiteln, von „Monopol als unsichtbare Machtressource der Hegemonie“ über „Die US-Hegemonie als größte Gefahr für den Weltfrieden“ bis zum letzten Kapitel: „Kooperation statt Konfrontation. Vision der Sicherheitsarchitektur einer multipolar-multikontinentalen Welt“ beschäftigt sich der Autor und bietet Lösungen an. Lesenswert.
khw


MOHSSEN MASSARAT: Anatomie der US-Hegemonie
Vom amerikanischen Zeitalter zur multipolaren Welt

Verlag PROMEDIA Wien, Wien 2026
256Seiten – Broschur – 25,00 EUR