19.06.2026
ARTHUR SCHNITZLER: TRAUMNOVELLE

Der österreichische Arzt, Erzähler und Dramatiker Arthur Schnitzler war das erste Kind des jüdischen Medizinprofessors und Laryngologen Johann Schnitzler und seiner Frau Luise geb. Markbreiter in Jägerzeile, heute Praterstraße 16 im 2. Wiener Gemeindebezirk zur Welt. Seinem aus Ungarn übersiedelten Vater gelang es als Arzt für prominente Schauspielerinnen und Schauspieler, Sängerinnen und Sänger der berufliche Aufstieg und die Übersiedlung in den 1. Wiener Gemeindebezirk in ein Haus vis-à-vis am Burgring. Arthur besuchte das Akademische Gymnasium legte am 8. Juli 1879 an dem Bildungsinstitut sein Abitur mit Auszeichnung ab. Dem Wunsch seines Vaters entsprechend studierte er an Universität Wien Medizin, wurde am 30. Mai 1885 zum Dr. med. promoviert. Er begann als Assistenzarzt am Allgemeinen Krankenhaus, wechselte zu seinem Vater an die Poliklinik in Wien. In diesen Jahren publizierte Schnitzler zu medizinischen Themen, war Redakteur in der von seinem Vater gegründeten „Internationalen Klinischen Rundschau“. Er schrieb 1889 einen einzigen wissenschaftlichen Beitrag mit dem Titel „Über die funktionelle Aphonie und deren Behandlung durch Hypnose und Suggestion“.

Obgleich Schnitzler früh literarische Texte verfasste sein literarisches Debüt mit dem „Liebeslied der Ballerina“ in der Zeitschrift „Der freie Landbote“ 1880 gab, begann seine literarische Tätigkeit erst acht Jahre später. Er veröffentlichte auch in der Zeitschrift „An der schönen blauen Donau“ Gedichte, Einakter und Erzählungen, war befreundet mit Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr und Richard Beer-Hofmann.

Dabei praktizierte Schnitzler auch noch an seinen Privatadressen. Berühmt wurde er nach der Uraufführung am 9. Oktober 1895 von „Liebelei“ am Burgtheater mit Adele Sandrock als Christine. Das Stück, von einigen Bühnen nachgespielt begründeten Schnitzlers Ruf als eines der bedeutendsten Theaterdichter deutscher Sprache. Mit dem Ersten Weltkrieg ging das Interesse an seinen Werken zurück. Was Arthur Schnitzler auszeichnet, er gehörte nicht zu den österreichischen Intellektuellen Kriegstreibern im Ersten Weltkrieg.

Die „Traumnovelle“ erschien 1925 kapitelweise im Ullstein Verlag „Die Dame“ die dem Untertitel „Illustrierte Mode-Zeitschrift“. Die Handlung: „Erzählt werden die sonderbaren Geschehnisse einer Nacht und des folgenden Tages, die dem Arzt Fridolin und seiner Albertine widerfahren. Es sind die stark aufgeladenen Erfahrungen der Nacht die nun drohen ihre Ehe zu zerstören.“ Das erzählt Arthur Schnitzler mit großer psychologischer Raffinesse. Der Ehemann sucht in den Straßen von Wien nach neuen erotischen Abenteuern, die Ehefrau sich der Fantasie hingibt ihn zu betrügen. Das Buch schließt mit dem Essay „Das Schrecknis der Liebe“ des Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers von W. G. Sebald zu Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ ab. Lesenswert.
khw


ARTHUR SCHNITZLER: TRAUMNOVELLE
Mit einem Essay von G.W. Seebald: „Das Schrecknis der Liebe“

Verlag Jung und Jung, Salzburg 2026
144 Seiten – 24,00 EUR