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16.05.2026
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Hans Christian Hönes: ABY WARBURG – Der Mann hinter dem Mythos
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Im Klappentext heißt es: Im Alter von 13 Jahren verzichtete Aby auf seine Rolle als Erbe des Warburg-Bankhauses unter der Bedingung, dass sein jüngerer Bruder ihm zeitlebens alle Bücher kauft, die er haben möchte. Wider Erwarten sollte dieser jüdische Außenseiter, feingeistig und körperlich fragil zu widerspenstig, um die akademische Disziplin zu akzeptieren, den Grundstein für die moderne Kunstgeschichte legen.
Hönes folgt dem Lebensweg von frühen studentischen Arbeiten, die bereits Ansätze kompromissloser Originalität im Denken zeigen, über die erste Florentiner Zeit, die Reisen in Amerika, die Ehe mit der Künstlerin Mary Hertz, sein fortgesetztes Interesse an der Renaissance, dem Aufenthalt im Kreuzlinger Sanatorium Binswanger bis hin zur Arbeit am Vortrag »Schlangenritual« mit Fritz Saxl und am Bilderatlas »Mnemosyne« mit Gertrud Bing. Mit vielen Abbildungen, etwa Auszüge aus den Notizbüchern und Arbeitsentwürfen.
Aby Moritz Warburg wurde am 13. Juni 1866 ihn Hamburg geboren, gestorben am 26. Oktober 1929 n seiner Geburtsstadt. Hineingeboren in die wohlhabende Bankiersfamilie Warburg. Die Vorfahren waren Anfang des 16. Jahrhundert aus Venedig zunächst nach Kassel im Fürstentum Hessen, zogen von hier 1557 in die westfälische Hansestadt Warburg. Wie es für Juden in diesen Jahren üblich, wurde der Stadtname als Familienname übernommen, im 18. Jahrhundert zogen die Warburgs nach Altona. Zwei der Warburg Brüder gründeten 1798 das Bankhaus M. M. Warburg & Co in Hamburg, das in jüngster Zeit bekannt durch Cum-ex-Geschäfte wurde. Im Skandal um die Cum-ex-Geschäfte wurde dem neuen Inhaber Christian Olearius ein besonders schwerer Steuerbetrug vorgeworfen, das Verfahren vor Gericht wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. Die Familien Christian Olearius und Max M. Warburg jr. halten die Mehrheit an der Bank.
Der Autor Hans Christian Hönes, geboren1986, hat Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und München studiert, promoviert als Dr. Phil 2013, schrieb zahlreiche Publikationen zur Kunst und Geschichte seit dem 18. Jahrhundert, forschte am Warburg Institute in London, lehrt seit 2020 Kunstgeschichte an der Universität von Aberdeen in Schottland, Vereinigtes Königreich.
Hönes schreibt: »Warburgs Karriere fiel in eine dynamische Phase der Geschichte des deutschen Hochschulwesens, in der sich Zuschnitt und Status der akademischen Welt (und damit auch in der noch jungen Kunstgeschichte) rapide veränderten. Mit anderen Worten: Ich bemühe mich um eine Neubetrachtung von Warburgs Marginalität in der akademischen Zeit, ohne auf übliche Klischees wie das vom ›verkannten Genie‹ zu verfallen, dessen Werk einfach zu herausfordernd, sperrig und visionär für eine engstirnige universitäre Disziplin gewesen sei.«
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Das Buch ist nicht nur eine Reise durch die Kunstgeschichte, es zeigt Aby Warburg als Privatgelehrten. Hönes schildert Warburg als einen Meister von geistreichen und witzigen Aperçus. Dazu gehört das von ihm meistzitierten als: »Jude dem Blut nach, im Herzen ein Hamburger, im Herzen Florentiner«. Das Warburg Institut wurde von ihm „Als Kulturwissenschaftliche Bibliothek“ gegründet, 1933 vor den Nationalsozialisten gerettet, indem es nach London überführt wurde. Heute als Warburg Institute Teil der Universität London. Der Bilderatlas Mnemosyne, Warburgs unvollendetes Hauptwerk, wird als ein bahnbrechendes Instrument der Bildergedächtnis-Forschung betrachtet, wurde in den letzten Jahren rekonstruiert. Und dann das Warburger-Haus in der Heilwigstraße 116 in Hamburg, Warburgs ehemaliges Arbeits- und Wohnhaus ist heute Sitz der Aby-Warburg-Stiftung. Alle vier Jahre wird in Hamburg der 1979 gestiftete und mit 25.000 Euro dotierte Aby Warburg-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen.
Ein sehr lesenswertes Buch das auch deutsche Geschichte widerspiegelt.
khw
Hans Christian Hönes: ABY WARBURG – Der Mann
hinter dem Mythos
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2026
352 Seiten – reich illustriert – 36,00 EUR
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