21.06.2023
Hannes Hofbauer/Stefan Kraft (Hg.): KRIEGSFOLGEN
WIE DER KAMPF UM DIE UKRAINE DIE WELT VERÄNDERT

Die Herausgeber Hannes Hofbauer und Stefan Kraft sind Verleger des Wiener PROMEDIA Verlags und Publizisten.
In dem Band Kriegsfolgen sind versammeln mit den Beiträgen von Hofbauer und Kraft 14 weitere Beiträge.

Im Vorwort schreiben Hofbauer und Kraft: »Als am 2. Mai 2014 Kampfhubschrauber der ukrainischen Armee mit ihren Luftangriffen auf Slowjansk, eine 100.000-Einwohnerstadt im Bezirk Donezk, begannen, war in keinem deutschsprachigen Medium von Krieg die Rede. Am selben 2. Mai trieben ukrainische Faschisten Menschen, die gegen den – verfassungswidrigen – Regimewechsel in Kiew protestierten, ins Gewerkschaftshaus von Odessa, zündeten es an und erschlugen jene, die sich aus dem brennenden Gebäude retten wollten. Fünf Tage später, am 9. Mai, dem Tag des Sieges über Hitlerdeutschland, rollten ukrainische Panzer durch Mariupol und sprengten eine antifaschistische Gedenkveranstaltung. Der 2. Mai fand im kollektiven Gedächtnis westlicher Wahrnehmung keinen Platz.

Als am 24. Februar 2022 die russische Armee in die Ukraine einfiel, begann für jene, die zuvor keinen militärischen Konflikt ausmachen konnten oder wollten, der Krieg. Manche verstiegen sich zur Behauptung, es wäre die erste Militärintervention in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen. In ihrer Geschichtsvergessenheit blendeten sie den Angriff der NATO auf Jugoslawien im Jahr 1999 aus.«

Der russische Einmarsch in die Ukraine internationalisierte den bereits seit Jahre dauernden Krieg und erwies sich als Bärendienst für die Friedensbewegung. Weder der Bruch der Vereinbarung von Minsk II durch Kiew rechtfertigt den Krieg ab 24. Februar 2022. Auch nicht das Argument, die Ukraine muss entnazifiziert werden. Es wurden wohl rechtsradikale Truppen aufgerieben – nun rückte die ukrainische Gesellschaft nach rechts, ebenso Russland, wie auch die westlichen Länder der EU, die USA, die Brüsseler Bürokratie und NATO.

Aus „frieren für die Freiheit“ hierzulande wurde die Losung der Ukraine „sterben für die Freiheit“. Eine Rolle dabei spielt auch die „Transatlantische Brücke“. Dabei auch die Partei Bündnis/Grünen, die sich inzwischen zur menschenverachtenden Kriegspartei entwickelte, je länger dieser Krieg andauert. Das war einmal anders bei den Grünen in den 80er Jahren unter Petra Kelly und Gert Bastian.

Inzwischen steht die blau-gelbe Fahne für Freiheit, das russische „Z“ für Unterdrückung – nur so einfach ist es nicht, auch wenn sich die EU-Staaten auf „Blau/Gelb“ und die Leitmedien es so festsetzten. In vier Kapiteln von „Vom Konflikt zum Kriegsgang“, „Das Kriegsgeheul und der Vormarsch der politischen Rechten“, „Wirtschaftskrieg und Entwestlichung“ bis „Die Medien als treibende Kraft“ geben den Lesern Aufklärung und Einblick in das Thema. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte ist die Ukraine Spielball im geopolitischen Ringen geworden. Ein aktuelles wie lesenswertes Buch.
khw


Hannes Hofbauer/Stefan Kraft (Hg.): KRIEGSFOLGEN
Wie der Kampf um die Ukraine die Welt verändert

PROMEDIA Verlag, Wien 2023
256 Seiten – Broschur