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Hamburger Korrespondenz im Februar 2026
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Windkraft-Offensive: Die Nordsee als Grünes Kraftwerk
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Am 26. Januar 2026 war die Hansestadt Hamburg der Treffpunkt zum „The North Sea Summit“ im Rathaus der Stadt. Die Wunschvorstellung von Hamburg: Plan Ausbau des größten Offshore-Parks seiner Geschichte. Hier stehen bereits 5000 Windräder, nun sollen es bis zum Jahr 2050 zehnmal so viele sein. So wird die Nordsee zur Steckdose Europas. Aber gerät das sensible Ökosystem dabei nicht in Gefahr?
Im letzten Bundestagswahlkampf hatte Friedrich Merz (CDU) die Windmühlen als hässlich bezeichnet. Am 26. Januar war sein Ton ganz anders – jetzt soll die Nordsee zur größten Energiequelle der Welt werden. Das klingt nach Markt und Aufbruch. Aber war es ein europäischer Aufbruch der Anrainerstaaten der Nordsee? Anwesend waren neben dem Bundeskanzler Merz, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, Belgiens Ministerpräsident Bart De Wever, aus den Niederlanden der Ministerpräsident Dick Schoof, der Ministerpräsident von Luxemburg Luc Frieden und aus Norwegen der Regierungschef Jonas Gahr Støre. Nicht anwesend der Präsident von Frankreich, Emmanuel Macron und der Premierminister vom Vereinigten Königreich Keir Starmer. Island hatte einen Beobachter entsandt. Mit dem dritten Internationalen Nordsee-Gipfel soll eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Windenergie auf See ausgeweitet werden.
In der Erklärung von Hamburg heißt es: „Unter Hinweis auf die Erklärung der vorangegangenen Nordsee-Gipfel in Esbjerg und Ostende bekräftigten wir unseren gemeinsamen Ehrgeiz, die Nordsee zum weltgrößten Drehkreuz für saubere Energie zu machen, wobei wir uns insbesondere auf die Erzeugung erneuerbarer Offshore-Energie und starke Verbundnetze stützen wollen. Dadurch können wir Europas Energieresilienz stärken, Verbraucherinnen und Verbrauchern bezahlbare Energie bieten, die langfristige Wettbewerbsfähigkeiten unserer Volkswirtschaften im globalen Kontext gewährleisten und die Offshore-Energieindustrie hochwertige Lieferketten aufrechterhalten, während wir gleichzeitig in Europa bis 2050 Klimaneutralität erreichen und unsere Meereswelt und die biologische Vielfalt unserer Ozeane schützen.“ An einer anderen Stelle heißt es: „Die Energiekosten sind nach wie vor und volatil, was Haushalte ebenso wie die Industrie vor Herausforderungen stellt und weswegen an einer Absenkung der Energiepreise und der Unterstützung einer nachhaltigen Energieerzeugung gearbeitet werden muss.“
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Die Nordsee als Grünes Kraftwerk
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Bedenken hat der NABU. Bis zum Jahr 2050 sollen Windkraftanlagen bis zu 300 Gigabyte installiert sein. Aber davon ist man bis heute weit entfernt, bis Ende 2025 waren es erst 35 Gigabyte installiert. Davon hat Großbritannien 15 Gigabyte, dann erst folgen mit Abstand Deutschland und die Niederlande. Die europäischen Umweltverbände und der NABU warnen vor schweren Eingriffen in das sensible Ökosystem der Nordsee. Die Politik steht vor einem Balanceakt von Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Naturschutz. Wir werden sehen, wie das in den nächsten Jahren gelöst wird.
khw |
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